Die Internationale Energieagentur (IEA) veröffentlichte kürzlich den Bericht „Electricity 2024“, der für 2023 ein weltweites Stromnachfragewachstum von 2,2 % prognostiziert, was unter dem Wachstum von 2,4 % im Jahr 2022 liegt. Obwohl China, Indien und viele südostasiatische Länder 2023 ein starkes Wachstum der Stromnachfrage verzeichnen werden, ist die Stromnachfrage in den Industrieländern aufgrund eines schwachen makroökonomischen Umfelds und hoher Inflation stark zurückgegangen; auch die Produktion im verarbeitenden Gewerbe und in der Industrie hat sich schwach entwickelt.
Die Internationale Energieagentur (IEA) erwartet für die nächsten drei Jahre ein beschleunigtes Wachstum des globalen Strombedarfs mit durchschnittlich 3,4 % pro Jahr bis 2026. Dieses Wachstum wird durch die sich verbessernden globalen Wirtschaftsaussichten getragen und trägt dazu bei, dass sowohl Industrie- als auch Schwellenländer ihren Strombedarf schneller steigern können. Insbesondere in den Industrieländern und China werden die fortschreitende Elektrifizierung des Wohn- und Verkehrssektors sowie der signifikante Ausbau des Rechenzentrumssektors den Strombedarf stützen.
Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostiziert, dass sich der weltweite Stromverbrauch in den Bereichen Rechenzentren, Künstliche Intelligenz und Kryptowährungen bis 2026 verdoppeln könnte. Rechenzentren sind in vielen Regionen ein wesentlicher Treiber des steigenden Strombedarfs. Nachdem der weltweite Stromverbrauch von Rechenzentren im Jahr 2022 bei rund 460 Terawattstunden lag, könnte er bis 2026 auf über 1.000 Terawattstunden ansteigen. Dieser Bedarf entspricht in etwa dem Stromverbrauch Japans. Strengere Regulierungen und technologische Verbesserungen, insbesondere Effizienzsteigerungen, sind entscheidend, um den rasanten Anstieg des Energieverbrauchs von Rechenzentren zu bremsen.
Im Hinblick auf die Stromversorgung prognostiziert der Bericht, dass die Stromerzeugung aus emissionsarmen Energiequellen (einschließlich erneuerbarer Energien wie Solar-, Wind- und Wasserkraft sowie Kernkraft) einen Rekordwert erreichen und dadurch den Anteil fossiler Brennstoffe an der Stromerzeugung reduzieren wird. Bis Anfang 2025 werden erneuerbare Energien die Kohle überholen und mehr als ein Drittel der weltweiten Stromerzeugung ausmachen. Bis 2026 werden emissionsarme Energiequellen voraussichtlich fast 50 % der globalen Stromerzeugung decken.
Der von der Internationalen Energieagentur (IEA) veröffentlichte Jahresbericht zum Kohlemarkt 2023 prognostiziert für die kommenden Jahre einen rückläufigen Trend der globalen Kohlenachfrage, nachdem diese 2023 einen Rekordwert erreicht hatte. Erstmals sagt der Bericht einen Rückgang der globalen Kohlenachfrage voraus. Er prognostiziert zwar für 2023 einen Anstieg der globalen Kohlenachfrage um 1,4 % gegenüber dem Vorjahr, sodass diese erstmals 8,5 Milliarden Tonnen übersteigen wird. Aufgrund des signifikanten Ausbaus der Kapazitäten für erneuerbare Energien wird die globale Kohlenachfrage jedoch bis 2026 im Vergleich zu 2023 um 2,3 % sinken, selbst wenn Regierungen keine strengeren Klima- und Energiepolitiken ankündigen und umsetzen. Darüber hinaus wird erwartet, dass der globale Kohlehandel mit sinkender Nachfrage in den kommenden Jahren zurückgehen wird.
Birol, Direktor der Internationalen Energieagentur, erklärte, dass das rasante Wachstum erneuerbarer Energien und der stetige Ausbau der Kernenergie den steigenden globalen Strombedarf in den nächsten drei Jahren voraussichtlich gemeinsam decken werden. Dies sei vor allem auf die enorme Dynamik im Bereich der erneuerbaren Energien zurückzuführen, angeführt von der zunehmend erschwinglichen Solarenergie, aber auch auf die bedeutende Rückkehr der Kernenergie.
Veröffentlichungsdatum: 02.02.2024