Australien bittet die Öffentlichkeit um Stellungnahmen zu Plänen für Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien und Energiespeichersysteme.

TDie australische Regierung hat kürzlich eine öffentliche Konsultation zum Kapazitätsinvestitionsplan gestartet. Das Forschungsinstitut prognostiziert, dass der Plan die Spielregeln für die Förderung sauberer Energie in Australien verändern wird.

Die Befragten hatten bis Ende August dieses Jahres Zeit, zu dem Plan Stellung zu nehmen, der Einnahmegarantien für die bedarfsgerechte Erzeugung erneuerbarer Energien vorsieht. Australiens Energieminister Chris Bowen bezeichnete den Plan als faktisches Ziel für den Ausbau von Energiespeichern, da Speichersysteme für die bedarfsgerechte Erzeugung erneuerbarer Energien unerlässlich sind.

Das australische Ministerium für Klimawandel, Energie, Umwelt und Wasser hat ein Dokument zur öffentlichen Konsultation veröffentlicht, in dem der vorgeschlagene Ansatz und das Design für den Plan dargelegt werden; anschließend findet eine Konsultation statt.

Die Regierung beabsichtigt, durch das Programm Anlagen zur Erzeugung sauberer Energie mit einer Leistung von mehr als 6 GW zu errichten. Bis 2030 sollen dadurch Investitionen in Höhe von 10 Milliarden australischen Dollar (6,58 Milliarden US-Dollar) in den Energiesektor fließen.

Die Zahl wurde durch Modellrechnungen des australischen Energiemarktbetreibers (AEMO) ermittelt. Das System wird jedoch auf Ebene der Bundesstaaten umgesetzt und an die tatsächlichen Bedürfnisse der einzelnen Standorte im Energienetz angepasst.

Dies geschieht trotz des Treffens der australischen Bundes- und Gebietsenergieminister im Dezember, bei dem sie sich grundsätzlich auf die Einführung des Programms geeinigt hatten.

Dr. Bruce Mountain, ein Energieökonomieexperte am Victorian Energy Policy Center (VEPC), sagte Anfang dieses Jahres, dass die australische Bundesregierung in erster Linie für die Überwachung und Koordinierung des Projekts verantwortlich sein werde, während die Umsetzung und der größte Teil der wichtigen Entscheidungsfindung auf Ebene der Bundesstaaten erfolgen würden.

Die Reform des australischen nationalen Strommarktes (NEM) hat sich in den letzten Jahren zu einer langwierigen technischen Debatte entwickelt, die von der Regulierungsbehörde angeführt wurde. Diese bezog in ihren Reformvorschlag sowohl Kohle- als auch Gaskraftwerke ein, wie Mountain betonte. Die Debatte ist in einer Sackgasse gelandet.

Der entscheidende Punkt ist der Ausschluss der Kohle- und Erdgasverstromung aus dem Plan.

Die australische Regierung lässt sich unter anderem von Klimaschutz- und Maßnahmen für saubere Energie leiten. Der australische Energieminister ist dafür verantwortlich und strebt Abkommen mit den Energieministern der Bundesstaaten an, die verfassungsrechtlich für die Stromversorgung zuständig sind.

Laut Mountain führte dies Ende des letzten Jahres zur Ankündigung des Capacity Investment Scheme als Mechanismus, dessen grundlegende Details den Ausschluss der Kohle- und Gaserzeugung von der Entschädigung im Rahmen des Programms vorsehen.

Energieminister Chris Bowen bestätigte, dass das Programm noch in diesem Jahr nach der Veröffentlichung des australischen Staatshaushalts im Mai starten werde.

Die erste Phase des Programms soll voraussichtlich noch in diesem Jahr eingeführt werden, beginnend mit Ausschreibungen in Südaustralien und Victoria sowie einer Ausschreibung in New South Wales, die vom Australian Energy Market Operator (AEMO) verwaltet wird.

Dem Konsultationspapier zufolge soll das Programm zwischen 2023 und 2027 schrittweise eingeführt werden, um Australien dabei zu helfen, seine Anforderungen an die Zuverlässigkeit des Stromsystems bis 2030 zu erfüllen. Die australische Regierung wird gegebenenfalls den Bedarf an weiteren Ausschreibungen nach 2027 erneut prüfen.

Öffentliche oder private Großprojekte, deren Finanzierung nach dem 8. Dezember 2022 abgeschlossen ist, sind förderberechtigt.

Die regional angeforderten Mengen werden anhand des Zuverlässigkeitsbedarfsmodells für jede Region ermittelt und in Angebotsmengen umgerechnet. Einige Auslegungsparameter müssen jedoch noch festgelegt werden, wie beispielsweise die Mindestlaufzeit von Energiespeichertechnologien, die Vergleichskriterien für verschiedene Energiespeichertechnologien bei der Angebotsbewertung und die zeitliche Entwicklung der Angebote im Rahmen des Kapazitätsinvestitionsszenarios (CIS).

Die Ausschreibungen für den NSW-Infrastrukturplan für Elektrizität laufen bereits. Die Ausschreibungen für Erzeugungsanlagen sind mit 3,1 GW an geplanten Geboten gegenüber dem Zielvolumen von 950 MW deutlich überzeichnet. Gleichzeitig gingen Gebote für Langzeitspeichersysteme mit einer Leistung von 1,6 GW ein – mehr als doppelt so viel wie das Zielvolumen von 550 MW.

Darüber hinaus wird erwartet, dass die Ausschreibungsverfahren für Südaustralien und Victoria im Oktober dieses Jahres bekannt gegeben werden.


Veröffentlichungsdatum: 10. August 2023