Die Nachfrage nach künstlicher Intelligenz wächst stetig, und Technologieunternehmen interessieren sich zunehmend für Kernenergie und Geothermie.
Mit der zunehmenden Kommerzialisierung von KI berichten Medien über einen stark steigenden Strombedarf der führenden Cloud-Computing-Anbieter: Amazon, Google und Microsoft. Um ihre Ziele zur Reduzierung von CO₂-Emissionen zu erreichen, setzen diese Unternehmen verstärkt auf saubere Energiequellen wie Kernenergie und Geothermie, um neue Wege zu beschreiten.
Laut der Internationalen Energieagentur verbrauchen Rechenzentren und die dazugehörigen Netzwerke derzeit etwa 2–3 % des weltweiten Stromverbrauchs. Prognosen der Boston Consulting Group deuten darauf hin, dass sich dieser Bedarf bis 2030 verdreifachen könnte, angetrieben durch den erheblichen Rechenbedarf generativer KI.
Das Trio hat zwar bereits in zahlreiche Solar- und Windprojekte investiert, um seine wachsenden Rechenzentren mit Strom zu versorgen, doch die intermittierende Natur dieser Energiequellen stellt eine Herausforderung für eine zuverlässige Stromversorgung rund um die Uhr dar. Daher suchen sie aktiv nach neuen, erneuerbaren und CO₂-neutralen Energiealternativen.
Letzte Woche kündigten Microsoft und Google eine Partnerschaft zum Kauf von Strom aus Geothermie, Wasserstoff, Batteriespeichern und Kernenergie an. Sie arbeiten außerdem mit dem Stahlhersteller Nucor zusammen, um Projekte zu identifizieren, die sie nach ihrer Inbetriebnahme erwerben können.
Geothermie macht derzeit nur einen kleinen Teil des US-amerikanischen Strommixes aus, soll aber bis 2050 voraussichtlich 120 Gigawatt Stromerzeugung liefern. Angetrieben durch den Bedarf an künstlicher Intelligenz wird die Identifizierung geothermischer Ressourcen und die Verbesserung von Explorationsbohrungen effizienter werden.
Die Kernfusion gilt als sicherere und sauberere Technologie als die herkömmliche Kernenergie. Google hat in das Kernfusions-Startup TAE Technologies investiert, und auch Microsoft plant, ab 2028 Strom des Kernfusions-Startups Helion Energy zu beziehen.
Maud Texler, Leiterin der Abteilung für saubere Energie und Dekarbonisierung bei Google, merkte an:
Die Skalierung fortschrittlicher sauberer Technologien erfordert hohe Investitionen, doch Neuartigkeit und Risiken erschweren es Projekten in der Frühphase oft, die benötigte Finanzierung zu sichern. Die Bündelung der Nachfrage mehrerer großer Abnehmer sauberer Energie kann dazu beitragen, die notwendigen Investitions- und Geschäftsstrukturen zu schaffen, um diese Projekte auf die nächste Marktstufe zu bringen.
Darüber hinaus wiesen einige Analysten darauf hin, dass Technologiekonzerne zur Deckung des steigenden Strombedarfs letztendlich stärker auf nicht erneuerbare Energiequellen wie Erdgas und Kohle zur Stromerzeugung angewiesen sein werden.
Veröffentlichungsdatum: 03.04.2024